Ein neuer Anfang

Heute gibt es etwas auf die Augen.

Keine Angst, ich werde niemandem Gewalt antun. Außer meinen Protagonisten, und noch viel mehr deren Gegenspielern. In diesem Fall einem Orc.

 

Poldis Auge
Foto : Magl, „Poldis Auge“, CC-Lizenz (BY 2.0)     —  http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de     – www.piqs.de

 

Das Buch bekommt einen neuen Anfang verpasst.

Die Geschichte ist im Laufe der Zeit erwachsener geworden, ich halte 14 Jahre weiterhin für die unterste Einstiegsgrenze.

Sicher kommen auch viele Jugendliche heutzutage locker mit den Inhalten klar, was aber nicht heißt, dass ich alles angemessen finde, was da im Netz und in Büchern zu finden ist.

Klartext: Der Inhalt ist jugendfrei, aber er geht auch mal bis an die Grenzen.

Die Autoren von erotischen Romanen mögen hier gelangweilt gähnen. Ich bin der Auffassung, dass die Szenen so viel stärker werden. Und die Fantasie sollen sie anregen. Das ist schließlich auch das Genre: Fantasy.

So kommt jeder dazu, das in sich zu finden, was er aufgrund seines Alters mitbringt.

Jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier kommt der neue Anfang, als Prolog. Ich habe ihn schlicht vor den bisherigen Anfang gesetzt.

Kapitel 1 startet dann mit:

Acht Wochen vorher, eintausend Meilen weiter nördlich

Chan löffelte ihren Eintopf in der großen Küche des Forts. Es roch nach Blumenkohl und frisch geriebener Muskatnuss. Sie liebte diesen Geruch. Sie ahnte nicht, dass die letzte unbeschwerte Stunde ihres Lebens bereits angebrochen war…

 

Hier ein Bild zur Einstimmung auf den Prolog.  Auch wenn sie Schwerter statt Dolchen in den Händen hält.
Es stammt vom 2. Teil der “Hobbit”-Trilogie. Die Elfe Tauriel wurde von Peter Jacksons Team hinzugefügt, in Tolkiens Buch kommt sie nicht vor. Wer also meint, er leidet an Alzheimer, wenn er den Film sieht – alles ist gut.

Mir hat die Figur dermaßen gut gefallen, dass ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich eine solche Elfe gern in einer Geschichte sehen würde. Dabei herausgekommen ist Vendira. Eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten in “Ætheris”.

vendira schwerter

Hier kommt der Prolog:

Die Halbelfe stand auf dem staubigen Versamlungsplatz des Orcclans. Sie band sich das rote, mit goldenen Zeichen bestickte Abzeichen der Schwertmeister um ihren Kopf. Das breite Band hielt ihre Haare im Nacken zusammen. Ihre spitzen Ohren stachen deutlich sichtbar hervor.
Die Orcs der Windreiter saßen auf ihren Scorpiden und bildeten einen Kreis.

Vendira nahm ihre Kampfhaltung ein. Sie stand seitlich. Einen Dolch hielt sie kurz vor der Brust, um kein Ziel für Angriffe zu bieten. Der andere lag in ihrer hinteren Hand. Der Arm war an den Körper angelegt, so dass ihr Gegner nicht sah, was sie damit vorhatte. Die Klinge lag verborgen am Unterarm an.

Ein Schatten fiel auf die Halbelfe, als Sharukhan vor sie trat. Ein grüner Muskelberg. Er war zwei Köpfe größer als sie und wog mindestens dreimal soviel. Alles an ihm strotzte vor Kraft. Doch er war gierig. Das machte ihn berechenbar. Es schränkte seine Intelligenz stark ein. Diesen Vorteil gedachte Vendira zu nutzen.

*Was hast du vor? Du darfst deine Tochter nicht derart gefährden.*

Barbula. Würdest du bitte nicht meine Konzentration stören. Ich muss das hier allein tun. Weder die Orcs noch ich würden es dir jemals verzeihen, wenn du eingreifst.
Sie sandte dem Felidragon ihre Gefühle. Die Geschehnisse, die in die Situation mündeten.

*Ich verstehe. Ich werde mich nicht einmischen und hoffen, dass ihr beide überlebt.*

Das will ich dir auch geraten haben. Und jetzt verzieh dich aus meinen Kopf. Ich brauche ihn für mich.
Vendira spürte, wie Barbula sich schmollend zurückzog. Sie würde ihn später trösten. Wenn es ein Später gab.
Sie wusste, dass der Kampf ihr alles abverlangen würde. Noch nie hatte sie einem derart starken Gegner gegenübergestanden – abgesehen von Quadrotauren. Stieren mit einem menschlichen Torso. Sie besaßen vier Hände und schwangen drei Schritt lange Breitschwerter.

Im Unterschied zu den Gehörnten war Sharukhan der brutalste Krieger des mächtigsten Orcclans. Nicht nur ein Soldat, der in einer Armee diente.
Er war ein eine todbringende bluthungrige Bestie.

“Ich werde dich besiegen!”, schleuderte der Nalrogh ihr entgegen.
“Du wirst um dein Leben betteln. Ich werde es dir gewähren, wenn du mich bittest, zu dir ins Bett zu steigen.”
Sharukhan grinste anzüglich.

Vendira lächelte kühl. Sie ging nicht auf seine Bemerkung ein. Wollte nicht zeigen, wie sehr seine Bemerkung sie traf.

Bilder traten vor ihr geistiges Auge. Sie erwachte in der Nacht, gerade einmal sechzehn Jahre alt. Der Hüne war über ihr. Nackt. Er hatte ihr Schlafhemd hochgeschoben.
Es gelang ihr im letzten Moment, ein Knie anzuwinkeln, um zu verhindern, was er vorhatte.
Er packte das Bein. Warf sie mit brutaler Gewalt herum. Auf den Bauch. Er zwang ihre Schenkel auseinander. Griff ihr brutal in die Haare und zwang ihren Kopf nach hinten. Leckte mit seiner Froschzunge über ihre Lippen. Ihren Hals.
Dann stieß er ihren Kopf zu Boden und packte ihre Hüften. Sie biss die Zähne in Erwartung der Schande zusammen.

Stimmen im Zelt. Handgemenge. Lormun war da. Und Gorran, sein Freund. Sie rangen mit Sharukhan. Dem Nalrogh.
Der Krieger verpasste Lormun einen Hieb, dass dieser durch die Zeltwand flog.
Dann zog er seinen Dolch und rammte ihn Gorran in den Bauch.
Gorrans Schrei rief Wachen auf den Plan. Nalrogh trat Vendira verächtlich in die Rippen. Ein Wort. Elfenhure.
Dann war er fort.
Vendira weinte. Die ganze Nacht. Sie hatte trotz ihrer Ausbildung nicht die geringste Chance gehabt. Nur der Tod Gorrans und das Eingreifen der Wachen hatten das Schlimmste verhindert.
Seither hatte sie immer am längsten geübt. Sich nie geschont.
Rogh hatte erlaubt, dass sie sich in den Waffenkünsten der Orcs übte.
Als sie mit Lormun zum Orden der Schwertmeister zurückkehrte, war sie eine andere. Härter. Wortkarger. Unnahbar. Unbesiegbar.
Sie würde sich eher das Leben nehmen, als in Schande zu leben.

Zweimal war ihr Leben fast zerstört worden. Einmal von Krelynn, als er ihre Mutter tötete. Einmal war es Nalrogh mit seiner abartigen Gier.
Zweimal war es Lormun gewesen, der sie davon abhielt, sich selbst zu töten.

Zwei Männer hatten ihr Leben beinahe zerstört.
Einer davon würde heute sterben.

“Hast es dir die Sprache verschlagen, Elflein? Oder freust du dich schon darauf aufzugeben und mein Lager zu teilen?”
Er lachte hämisch.

Vendira klärte ihren Geist, wie sie es gelernt hatte. Sie sandte alle Gedanken fort, bis sie eins mit ihren Klingen wurde.
Sie öffnete die Augen. Sie war Vendira. Die Kriegerin. Die beste Schülerin Luritris. Eine Schwertmeisterin aus Dantyr. Ungeschlagen seit ihren Prüfungen.

“Die Götter haben dich reich gesegnet, Sharukhan. Sie gaben dir Stärke. Mut. Den Körper eines Kriegers.”

“Was man von dir leider nicht sagen kann, Spitzohr. Dein Körper taugt nur für zartes Handwerk. Und zur Arbeit als Hure.”
Er grinste anzüglich.

Vendira seufzte übertrieben.
“Ich wünschte nur, die Götter hätten dich auch mit ein klein wenig mehr Hirn gesegnet. Zumindest mit dem Teil deines Hirns oberhalb deines Gürtels.”
Sie lächelte abschätzig.
“Wobei sie beim unteren Teil deines Gehirns auch großzügiger hätten sein dürfen.”

Gelächter ging durch die Reihen der Scargoylereiter.

Sharukhan knurrte. Die Krieger verstummten.

“Du bist im Nachteil, Froschgesicht.”
Sie trat unauffällig einen Schritt an den Hünen heran.

“Spotte nur, Elflein. Ich werde dich zum Verstummen bringen.”
Er spuckte aus.
“Indem ich deine Zunge herausschneide.”
Während er ausspuckte, verlagerte Vendira abermals ihr Gewicht und schob sich näher an ihr Gegenüber heran.

Vendira drückte den Rücken durch, wandte ihren Körper ein wenig ab und sah ihn aus den Augenwinkeln an.
“Erstens heißt es, ‘weil ich versuchen will, deine Zunge herauszuschneiden’, und zweitens bist du immer noch im Nachteil.”

“Ha. Du kämpfst mit Worten nicht halb so gut, wie ich mit Waffen. Wo soll ich denn im Nachteil sein, Spitzohr?”
Wieder hatte sie ein kleines Stück Distanz gutgemacht. Zuletzt hatte sie dieses Manöver bei Lintang beobachtet. Es war Bestandteil von Luritris Ausbildung.

Vendira ließ ihre makellosen Zähne aufblitzen. Sie hatte ihn da, wo sie wollte.
“Du bist allein.”
Vendira stürzte sich auf den Orc.
Sharukhan war noch damit beschäftigt, ihre Antwort zu verarbeiten. Seine Reaktion kam zu langsam. Vendira schnitt über die beiden Unterarme des muskulösen Orcs.
Einen Arm zog der Krieger rechtzeitig weg. Seine Waffenhand.
Vendira fluchte.
Der Dolch seiner zweiten Hand fiel aus seinen kraftlosen Fingern. Die Sehnen der Handbeugemuskeln waren gekappt.

“Na, machst du schon schlapp?”
Vendiras Worte troffen vor Hohn. Sie wollte ihn bis zur Raserei treiben.

Blitzschnell schoss der Waffenarm des Orcs vor und attackierte ihren Hals.
Vendira wich aus.
Sie versetzte ihm zwei schmerzhafte Schnitte. Einen in die Wade, einen an der Außenseite des Oberschenkels. Er würde bald jeden Schritt schmerzhaft spüren.

“Du hast gedacht, ich bin abgelenkt? Das war ich auch. Ich musste daran denken, wie du mich verspottet hast. Wie du versuchtest, mich in den Tod zu treiben. Mich in dein Bett zu zwingen, nur damit Lormun keine andere Wahl blieb, als dich zum Sholakh herausfordern.”
Sie spuckte aus.
“Damals warst du bereits der Nalrogh. Wir waren keine Gegner für dich.”
Sie hob ihre Stimme. “Du wusstest, wir waren niedergeschlagen. Du warst Kampflustig, blutgierig. Du warst dir nicht dafür zu schade, die Schwächsten zu fordern.”
Sie spuckte auf den Boden.
“Du warst ein Schlappschwanz. Im Bett hast du versagt. Und du warst ein Feigling.”

Mit einem Kampfschrei stürzte er sich auf sie. Täuschte einen Streich zum Hals an und ließ ihn in einen Stich in den Bauch übergehen. Die Spitze ritzte ihre Haut oberhalb des Bauchnabels, ehe sie es schaffte, die Klinge abzulenken. Blut quoll aus der Wunde.

Vendira verfluchte ihre Unachtsamkeit. Sie hatte ihren Gegner unterschätzt.
“Ich habe mich geirrt”, rief sie ihrem mittlerweile schweigsamen Gegenüber zu.
“Du warst nicht nur ein Feigling und Schlappschwanz.”
Vendira wechselte ihre Kampfhaltung. Sie hielt den hinteren Dolch über den Kopf, den anderen in Hüfthöhe.
“Du wirst es immer sein.”

Sein Dolch schoss vor. Auf ihren Bauch zu. Vendira hatte damit gerechnet. Egal, ob Finte oder nicht. Es war ein Fehler.
Sie schnitt mit beiden Klingen kreuzweise über seinen Unterarm, um die Sehnen zu kappen.
Er zog seine Hand zurück.
Sie traf ihn nicht wie beabsichtigt. Sie schnitt nur in die Haut seines Unterarms. Die Hand des Orcs blieb unversehrt. Er verlor dennoch den Dolch. Die Hand hatte sich in einem Schutzreflex geöffnet.

Etwas traf sie.
Sterne explodierten, als die blutende Hand seines anderen Arms sie mit voller Wucht am Kopf erwischte.
Vendira ging zu Boden. Gefällt von der monströsen Wucht des Hiebes.
Mit eisernem Willen kämpfte sie gegen die Bewusstlosigkeit an. Es wurde schwarz.
Sie lag auf dem Rücken. Die Dolche hatte sie fallen lassen. Einen hatte ihr Gegner aufgelesen.
Sie hatte für wenige Augenblicke das Bewusstsein verloren.

Sharukhan warf sich auf sie. Den Dolch in der Faust. Die Spitze zielte auf ihren Hals.
Vendira blieb keine Zeit. Die Kraft ihres Gegners war brachial. Sie hatte ihm in dieser Hinsicht nichts entgegenzusetzen. Für technische Finessen war es zu spät.
Die schlimmste Situation für einen Kämpfer war die, ohne Waffe am Boden zu liegen.
Entweder sie bekam die Waffe ihres Gegners sofort unter Kontrolle oder sie starb.

Vendira riss ihren Unterarm in die Bahn der Klinge. Besser schwer verletzt als tot. Die letzte Regel des Schwertkampfes im Buch der sieben Ringe.
Ein reißendes Geräusch. Schmerz.
Der Dolch drang zwischen Elle und Speiche in die Rückhandseite ihres Unterarms.
Die Spitze des Dolches trat auf der Innenseite wieder aus.
Sie biss die Zähne zusammen. Drehte den Arm nach außen. Sengender Schmerz schoss durch ihr Bewusstsein.
Ihr Gegner konnte den Griff der Waffe nicht länger festhalten. Sein Handgelenk war überstreckt. Auch seine Kraft hatte Grenzen. Die starken Muskeln eines schwachen Kämpfers waren um ein Vielfaches stärker, als die schwächsten Muskeln des stärksten Gegners. Zum Beispiel die Muskeln, die die Finger bewegten.
Sharukhan gab den Dolch frei. Prallte mit seinem ganzen Gewicht auf Vendira.
Sein fauliger Atem drang ihr in die Nase.

Im letzten Moment rollte sie sich auf die Seite. Der Orckrieger krachte mit seinem vollen Gewicht auf ihren Oberkörper. Sämtliche Luft wurde aus ihren Lungen gepresst.
Das Gesicht des Monstrums stieß gegen ihre Schulter.
Ein hässliches Geräusch erklang, als seine Nase brach.
Irgendwo in ihrem Brustkorb ertönte ein scharfes Knacken. Weitere Schmerzen. Atemnot.
Vendira wand sich unter ihm hervor.
Sharukhan war durch den Aufprall leicht benommen.
Sie war im Begriff, sich aufzurichten, als seine Hand vorschoss.
Unbarmherzig zog er sie mit einem brachialen Ruck an den Haaren zu sich heran.
Vendira schrie vor Schmerz auf. Während des Sturzes musste sie das Schwertmeisterband verloren haben.
Sie ging zu Boden. Ihre Kopfhaut Fühlte sich an, als würde sie skalpiert.
Ihr Körper wurde gewaltsam auf ihn zu geschleift. Kleine spitze Steine bohrten sich ihren Rücken.
Ein muskelbepackter Orcarm schwang zum tödlichen Würgegriff herum.

Mit einem Aufschrei zog sie den Dolch aus ihrem Arm.
Der Orcarm legte sich bereits um ihren Hals.
Sie rammte den Dolch hinein.
Unbarmherzig drückte Sharukhan weiter zu, als hätte sie den Stich nicht ausgeführt.
Ihre Ohren klingelten. Sie rang nach Luft. Ihr wurde schwarz vor Augen, als ihre Blutgefäße am Hals abgedrückt wurden. Sie spürte die schlaffe Hand des Orcs in ihrem Genick. Er übte Druck mit dem Handballen aus. Nutzte die intakten Muskeln seinen Arms.
Sie lag auf dem Bauch. Steine zerschrammten ihr Gesicht. Staub drang in ihre Lungen.
Er lag über ihr. Drückte zu.
Sharukhan brüllte etwas. Lachte. Stieß mehrfach von hinten mit seiner Hüfte gegen ihre. Sie konnte es nicht hören. Das Rauschen in ihren Ohren schwoll immer stärker an.
Die Geste war ohnehin missverständlich. Er wollte sie demütigen, bevor er ihr den Rest gab.
Ein Ruck. Es knackte in ihrem Hals.
Sie wusste, dass ihr nur noch eine einzige Aktion blieb, bevor ihr Genick endgültig brach.

Luritri hatte Vendira in der letzten Stunde ihrer Ausbildung eine Schlagtechnik gezeigt. Sie war geheim.
Nur Luritri und sie selbst beherrschten die Kunst des Lua-Mak – die alte Kunst der Zayao.

Vendira stieß ihre offene, entspannte Handfläche in einem fast unmöglichen Winkel dorthin, wo sie den Kopf ihres Gegners vermutete.

Sie traf die Stirn des Orcs. Die Kraft ihres Arms drang bis zum Zentrum des Schädels.
Augenblicklich entspannte sich sein Griff.
Vendira wand sich aus der Armbeuge ihres massigen Gegners. Er fiel zur Seite.

Sie hustete. Blut rann pulsierend aus ihrem Unterarm. Sie konnte ihren Hals nicht bewegen. Musste ihren ganzen Körper über den Rücken auf die Seite drehen, um sich ihrem Gegner zuzuwenden.
Es dauerte eine halbe Ewigkeit. Langsam und unter glühenden Schmerzen in Hals und Rippen schaffte sie es, sich herumzudrehen. Der Dolch steckte noch in seinem Arm. Sie zog ihn heraus.
Der Orc lag kopfschüttelnd am Boden, als versuchte er, wieder einen klaren Blick zu bekommen. Immer noch hielt er rotbraune Strähnen ihres Haares in seiner Faust.

“Meine Tochter wird leben.”
Ihr Blick war wild.
“Ergib dich oder stirb.”

Sharukhan griff nach dem zweiten Dolch, der neben ihm am Boden lag.
Gleichzeitig schnellte sein Fuß vor, um Vendira einen Tritt in den Bauch zu verpassen.
Eine Klinge ragte aus seiner Stiefelspitze.

Der mächtige Krieger röchelte, als ihre Klinge in seinen Hals drang und ihr Stampftritt sein Knie zertrümmerte.

Der mächtigste Krieger der Windreiter starb, als das Leben in einem pulsierenden grünen Strom aus seinem Hals rann.

“Das war für Gorran.” Sie spuckte auf den Orc.
“Einer der wenigen Orcs, die es wagten, sich gegen dich zu stellen.”
Tränen rannen, als sie das Bild des sterbenden jungen Orcs vor sich sah. Er hatte sein Leben gegeben, um ihre Ehre zu retten. Sie vor der Schande bewahrt, von Sharukhan wie eine billige Hure genommen zu werden.
Endlich konnte sie loslassen.

Der Nalrogh der Windreiter war besiegt. Sharukhan war tot.

 

Unter Schmerzen kämpfte sich Vendira auf die Beine. Der Dolch in ihrer Hand war ihr eigener. Blutverschmiert, wie er war, steckte sie ihn zurück in die Scheide.
Ihre Beine zitterten. Sie blickte auf ihren Unterarm herab. Immer noch flossen Ströme von Blut aus der Wunde. Sie wusste, dass ihr Blutverlust sich einer kritischen Grenze näherte.

In der Ferne sah sie Barbula gegen einen Scargoyle kämpfen. Es war das Reittier Sharukhans.
Geschickt wich der Felidragon den Zangen des Scorpiden aus.
Der Giftstachel zuckte vor.
Barbula durchtrennte ihn mit einem kurzen Krallenhieb. Er warf sich auf den Leib des Scorpiden. Versenkte seine Halsstacheln im Leib des Tieres zwischen Kopf und Rumpf.
Der Scorpid zuckte.
Barbula löste sich von seinem toten Gegner.

Vendira rief ihren leopardenähnlichen Gefährten über ihr geistiges Band. Für eine andere Aktion hätte sie ohnehin keine Kraft gehabt.

Barbula. Hol die Heiler. Schnell. Ich habe viel Blut verloren.
*Ich suche sie*
Barbula?
*Ja?*
Gut gekämpft.
*Dito — Vendira?*
Ja?
*Nicht sterben.*
Nie im Leben.

Vendira verlor das Bewusstsein.

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